Schlagwort-Archiv: Wehrmacht

Kreta

Eindrücke einer Woche in Kreta: die wundervolle Landschaft, die reiche Vegetation, die freundlichen offenen Menschen.
Auch die präsente Erinnerung an die Verbrechen, die die deutsche Wehrmacht hier verübt hat. Schwer zu fassen, was deutsche Soldaten, so fern des eigenen Landes, an einem so einnehmenden, schönen Ort, bewegen konnte, derart bestialisch und zerstörerisch vorzugehen. Die gesamte jüdische Bevölkerung Kretas wurde ermordet.
Präsent ist auch die Erinnerung an den großen Dichter Nikos Kazantzakis. Dem kritischen Denker verweigerte die Kirche die Bestattung auf einem Friedhof. Die Stadt Heraklion schuf umgehend eine Grabstätte am höchsten Punkt der Stadtmauer, ein idyllischer, wundersamer Ort. Eine Würdigung und Respektsbezeugung, wie sie vor allem die südlichen und romanischen Ländern ihren Dichterinnen und Dichtern zukommen lassen. Die Grabstätte ist mit einem schlichten Kreuz versehen, ohne Namen des Verstorbenen, aber mit der vom Dichter vorgegebenen Inschrift: „Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.“