Schlagwort-Archiv: Gleichheit

Die Hüter der Ruinen – zum Wirken der Juristinnen und Juristen. In Würdigung von Alfred J. Noll.

Im Mai 2026 erschien zur Würdigung von Alfred J. Noll (1960-2026) der Band Der Citoyen als Revolutionär. Zur Widerständigkeit des Rechts. Alfred J. Noll. Eine Würdigung im Verlag bahoe books.

Titelbild zu diesem Beitrag: Alfred J. Noll gemalt von Josef Schützenhöfer

Nachstehend mein Beitrag zu diesem Band.

Das unerwartete Ableben Alfred Nolls macht seine Würdigung zur selten schmerzvollen Aufgabe. Der große Respekt, der nahezu alle Nachrufe durchzieht, zeigt, welch große Lücke Alfred Noll hinterlässt. Alfred Nolls Leistungen, seine Werke, sie sind umfangreich und vielfältig, unüberschaubar geradezu. Die Forschungen Alfred Nolls zum Recht und zur Literatur, seine gesellschaftskritischen und philosophischen Texte, seine anwaltliche Tätigkeit, das Engagement in der Berufsvertretung und seine Tätigkeit als Abgeordneter im Parlament, all das verschafft Alfred Noll ein Alleinstellungsmerkmal in der österreichischen juristischen Fachwelt und Öffentlichkeit. Alfred Noll zählt ohne Zweifel zu den prägenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens des Landes. Die Hüter der Ruinen – zum Wirken der Juristinnen und Juristen. In Würdigung von Alfred J. Noll. weiterlesen

Das Gesetz ist für alle gleich, oder?

Kommentar für den Standard vom 18.3.2022

Untersuchungshaft für Prominente sorgt für Aufsehen, für Arme und Schwache scheinen wir sie zu akzeptieren. Das ist ein Missstand

Wir sollten über die Haft reden und auch Alternativen entwickeln, sagt Richter Oliver Scheiber im Gastkommentar.

Mit Stichtag 1. März waren in Österreich 1650 Menschen in U-Haft.
Foto: Heribert Corn / https://www.corn.at

Fabian Schmids Anstoß einer Diskussion über die Härte von Inhaftierungen (siehe „U-Haft für Karmasin: Zu streng, aber kein Einzelfall“ist wichtig. Zu selten wird in Österreich Haft hinterfragt, es sei denn, Prominente sind betroffen. Die Verhängung der Untersuchungshaft über ein früheres Regierungsmitglied, wie im Fall Karmasin, erregt schon deshalb Aufsehen, weil das bisher so gut wie nie vorkam.

Eine Gesamtbetrachtung ergibt, dass Österreich im internationalen Vergleich bei einer sehr niedrigen Kriminalität hohe Häftlingszahlen hat. Die Justizanstalten haben wenig Ressourcen, die Haft hat bei den meisten Insassen wohl mehr negative als positive Wirkungen. Das kann nicht anders sein, wenn man auf wenig Platz sehr viele Menschen mit schweren Problemen ohne intensive Betreuung und mit wenig Beschäftigung zusammensperrt. Das Gesetz ist für alle gleich, oder? weiterlesen